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Die frühe Geschichte

Es ist sehr früh, ein Wecker hat mich geweckt. Immer am Montag werde ich von einem Wecker geweckt, es ist nicht meiner. Sehr früh. Man hat vergessen, wie man die Weckzeit verstellt. Bis man dann aufsteht, hat man vergessen, dass man dies eigentlich immer mal machen wollte.

Aber dies ist heute nicht das Wesentliche. Ich brauche mal wieder Zeit für ein Buch. Viel zu viel. Zu viel, um es immer wieder in die Hand zu nehmen, zu viel um dann die Worte zu verstehen und auch zu viel Zeit um diese Worte in mein Leben einzuflechten. Es taucht vor allem die Frage auf: "Warum finden sich solche Bücher so spät?" "Warum jetzt, warum jetzt erst?" Angeregt von dem Buch "Baum der Erkenntnis" und von hinten beschriebenem Buch von Gerald Hüter "Was wir sind und was wir sein könnten" habe ich mir ein weiteres Buch von Humberto R. Maturana besorgt, dass er mit Gerda Verden-Zöller verfasst hat: "Liebe und Spiel - Die vergessenen Grundlagen des Menschseins"

Dieses dünne Büchlein im einfachen Pappband führt in wenigen Seiten mit wieder sehr kompaktem Schreibstil zum Wesentlichen des Menschseins. Des Menschseins in einer Kultur. Vieler Menschen in vielen Kulturen.

Für mich tauchen viele Antworten auf viele Fragen meines eigenen Lebens auf und ichfinde hier zusammengefasst, was ansonsten nur in Bruckstücken, besser vielleicht als Mosaiksteine ein Bild zusammenfügt des "Wer ich bin in welchem Zusammenhang mit den anderen".  Es klickert am laufenden Band. Es kann sein, das der werte Leser sich dessen schon lange klar ist, wenn er das läse oder sich selbst dächte was da geschrieben steht:

"Im allgemeinen herrscht im Erwachsenenleben das Emotionieren des Erwachsenen vor, solange, bis die stets gegenwärtige biologische Legitimität des Mitmenschen aufscheinen. Wenn das geschieht, geraten wir in einen emotionalen Widerspruch. Wir erleiden diesen Widerspruch, weil wir uns selbst kontrollieren und uns selbst beherrschen. Wir können unseren emotionalen Widerspruch in Literatur verwandeln und Utopien schreiben oder ihn akzeptieren als eine Gelegenheit zur Reflexion und schaffen dann ein neues anspruchvolles patriarchales System, oder wir verlassen die Welt und ziehen uns zurück in Verzweiflung, oder wir werden neurotisch. Wir können aber auch beginnen, in der Biologie der Liebe ein matristisches Leben zu leben." (H. R. Maturant/G. Verden-Zöller; Liebe und Spiel, 2. Auflage 1994, S. 33).

Welche Alternativen sind das, sind das alle?
Was ist noch offen, komme ich bis dahin mit meiner Erfahrung und meinem Erleben?
Ist dies für mich stimmig?
Das Buch ist meines Erachtens in geringer Auflage erschienen und ich kann noch nicht sagen, ob derartiger Inhalt in seinen anderen Werken sich ebenso findet. Für mich persönlich ist es mal wieder ein Trittstein in der Fragestellung für eine Weiterentwicklung unserer Welt, die sich stets wandelt und in der die Widersprüche zwischen Individuen stetig zunehmen. Zumindest sagt dies meine Wahrnehmung.

Da ich immer noch sehr langsam dieses Buch erschließe, bin ich gespannt was es noch  an meinen Tag bringt.

 

 

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